Die Zeit sichtbar machen

Das BKPD kooperiert mit dem Deutschen Uhrenmuseum

Was motiviert Schülerinnen und Schüler mehr als alle Lehrpläne? Wenn sie mit Experten aus der Praxis zusammenarbeiten und anwendungsbezogen entwickeln dürfen. Wie jetzt der Entwurf von Uhren in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen
Ein Abschlussprojekt ist für die Produktdesigner an der Gottlieb-Daimler-Schule 2 ein verpflichtender Teil der Prüfung. Die Themenstellung für die diesjährigen Absolventen war „Die Zeit sichtbar machen“. Bewusst offen gehalten wurde das Thema, um „den Schülerinnen und Schüler viel Raum für Kreativität und Gestaltung zu lassen“, so die betreuenden Lehrer Stefan Grimm und Hanns Sauter. Zu Beginn entwickelten die Jungdesigner in kleinen Projektteams ein konkretes Szenario und bestimmten eine Zielgruppe. Neben dem Aspekt der Zeitmessung sollten Ökologie und Nachhaltigkeit eine Rolle spielen. Im Januar stellten die Schülerinnen und Schüler dann im Rahmen einer Zwischenpräsentation ihre Arbeitsergebnisse vor. Fachkundige Rückmeldungen erhielten sie dabei von Herrn Werner, dem Museumspädagogen des Deutschen Uhrenmuseums und dem Produktdesign Lehrerteam der GDS2. In einem „normalen“ Schuljahr beginnt im folgenden Schritt die Überarbeitung der Modelle und anschließend die Fertigung in den Holz-, Farb-, Metall-, und Textilwerkstätten der Schule. „Corona hat uns an dieser Stelle einen Strich durch unsere Planung gemacht“, so Stefan Grimm. Statt in den Werkstätten der Schule, mussten die Schülerinnen und Schüler im Februar ihre Arbeitsmodelle mit zu Hause verfügbaren Materialien in Heimarbeit umsetzen. Umso beindruckender sind die Ergebnisse, welche dabei entstanden sind, so Hanns Sauter. In einer ausführlichen Dokumentation des Entwurfsprozesses, einem Teil der Note, machten sie zudem ihre Herangehensweise und die Idee hinter dem Design deutlich. Seit Kurzem sind die prämierten Entwürfe auf dem Blog des Deutschen Uhrenmuseums zu betrachten. Besonders gelungene Entwürfe werden dort mit Statements von Seiten der Schüler und des Uhrenmuseums vorgestellt. Den Auftakt machte Lilli Link, die eine Uhr für den klassisch-modernen, kunstvollen Wohnraum entworfen hat, geeignet aber auch für öffentlich zugängliche Gebäude. Aus allen Blickwinkeln heraus soll die Uhrzeit klar und deutlich ablesbar sein.
Kindern spielerisch beizubringen, wie man Uhr und Zeit entdeckt, hat sich Tamara Kopp mit ihrem Entwurf zur Aufgabe gemacht. Ein durchsichtiger Zylinder füllt sich im Lauf der Stunde gleichmäßig mit Wasser. Durch die Markierungen sollen die Kinder einen Bezug zu den Viertelstunden auf der Uhr herstellen. Zu jeder vollen Stunde rollt eine farbige Kugel die Murmelbahn herunter.
Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit dem Design für eine öffentliche Installation, bei der es um mehr als die reine Zeitanzeige geht. Sie besteht aus zwölf Sitzbänken. Die jeweiligen Ziffern werden durch Projektion angezeigt, die auch im Dunkeln sichtbar sind. „Die Menschen aus dem stressigen Alltag herausholen und bewusst machen, wie wertvoll die Zeit ist“, so die Idee von Julia Koch, Felicia Rudolph und Niklas Radel.

Die Projekte sind zu finden unter
 https://blog.deutsches-uhrenmuseum.de/2021/05/13/countdown-museumstag-3/

 

 

 
Facebook