Tafelsilber der dualen Ausbildung

Die Fachschule für Technik feiert ihr 60-jähriges Bestehen

Seit April 1957 ist die Fachschule für Technik der Weiterbildungsstandort im Landkreis, wenn es um die berufliche Weiterqualifizierung zum staatlich geprüften Techniker in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik geht. Bei der Jubiläumsfeier stand neben dem Rückblick auf die Geschichte der Schule vor allem der Blick in die Zukunft im Zentrum.

Landrat Roland Bernhard bescheinigte in seinem Grußwort zu Beginn des Festaktes, dass die Fachschule für Technik in der Tradition jung geblieben sei und hob die Notwendigkeit der dualen Ausbildung hervor. „Unsere Form der beruflichen Ausbildung ist auch Schrittmacher für andere Länder und wird immer wichtiger“, betonte Bernhard, „denn neben den Innovationen, der Forschung und der Technik, welche in den Hochschulen entsteht, brauchen wir auch die Menschen vor Ort, die Ergebnisse entsprechend umsetzen können.“

Roland Bernhard bescheinigte weiter, dass die Schule auf herausragende Weise den technischen Wandel von der Blechverarbeitung bis hin zum heutigen Technikerprofil mitgegangen ist und in Sachen duale Ausbildung seiner Führungsrolle innerhalb des Landkreises voll und ganz gerecht wird.

Dem stimmte Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer zu und ergänzte, dass ein starker Wirtschaftsstandort auch starke Schulen wie die Fachschule für Technik benötige. Als Vertreter des Ministeriums für Kultus und Sport ergänzte Ministerialrat Michael Krüger, dass die Fachschule als eine von 290 in ganz Baden-Württemberg mit zum Tafelsilber der dualen Ausbildung gehöre. „Dank guter und motivierter Lehrkräfte sind Sie auch in Zukunft für Veränderungen gut gerüstet“, so Krüger.

„Wir sind stolz auf die rund 2700 Absolventen, die in 60 Jahren unsere Schule als Techniker verlassen haben“, betonte Schulleiterin Karin Bieber-Macher, Gottlieb-Daimler-Schule 2 (GBS 2), und Jörg Herold, Schulleiter der Gottlieb-Daimler-Schule 1, ergänzte: „Der Fächerkanon von damals mit Rechnen, Wertstoff- und Menschenkunde, ist im Grund immer noch vorhanden und ist doch ganz anders. Hat doch die technische und digitale Entwicklung gerade in den letzten Jahren auch viel Veränderung in unseren Lehrplänen mit sich gezogen und wird es weiterhin tun.“

Wie sehr der Bereich Digitalisierung die Arbeitswelt verändert hat und wird, zeigte Referent Marc-Oliver Füger (Manager Communications Industrie 4.0, Mercedes Benz) auf. „Um das Kundenbedürfnis mehr in den Prozess einzubinden, dem mehr gerecht zu werden, muss die Vernetzung innerhalb des Konzerns weiterentwickelt werden“, erläuterte er am Beispiel der Bestellung eines Neufahrzeuges.

„Der Kunde wird so in die Lage versetzt, immer den aktuellen Stand seines Auftrags in Bildern und Texten auf seinem Smartphone zu verfolgen, im Gegensatz zu früher, als nach der Bestellung des Autos erst mal lange Zeit keine Informationen zwischen ihm, dem Vertrieb oder gar der Produktion flossen.“ An die Schüler gerichtet, forderte er diese auf „Bleiben Sie flexibel im Kopf, denn was ich lerne und was ich daraus mache, das liegt an jedem selbst.“

Dieter Faude, Vorstand des Fördervereins der GDS 2, gab in seinem Vortrag über das Zusammenspiel von Mensch und Roboter einen Ausblick auf die Anforderungen in der Qualifizierung, bevor Jörg Herold und Jan Beck das Konzept der Industrie 4.0 an den Gottlieb-Daimler-Schulen vorstellten. An einem realen Thema, wie die Entwicklung einer Powerbank, haben hier die Schüler die Möglichkeit Prozesse und Inhalte der Fachschule direkt umzusetzen.

 
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