Nach dem Kennenlernen ging es los zum gemeinsamen Mappen (Bild: privat)

Einblick in das Leben einer betreuten Wohngemeinschaft

Das Technische Gymnasium Umwelttechnik beteiligte sich am Wheelmapping-Projekt des Landratsamtes und besuchte vorher die Begleitgruppe in ihrer betreuten Wohngemeinschaft.

Im Rahmen des Projektes  Wheelmapping besuchten Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums Umwelttechnik Rollstuhlfahrer, die in der Eschenriedstraße in einer betreuten Wohngruppe leben. Vor der gemeinsamen Mappingtour wollte die Klasse die Wohngruppe in ihrem alltäglichen Umfeld kennenlernen, um sich über die Lebensumstände zu informieren.

Bei dem  Besuch, bei dem die Schüler freundlich und herzlich von den Rollstuhlfahrern und ihrer Betreuerin, Frau Melanie Weidle, aufgenommen wurden, bekamen die TG-ler viele wichtige Informationen und Tipps zum Umgang mit Rollstuhlfahrern und ihren Rollstühlen.

Zuallererst berichteten die Bewohner von ihren Problemen im Alltag und auf welche Dinge  beim Mappen besonders Acht gegeben werden sollte. Ein Hauptproblem in der Öffentlichkeit sind die hohen Bordsteine, die mit dem Rollstuhl oft unmöglich zu meistern sind. Selbst mit einer Begleitperson ist es oft nicht machbar, auf den Gehweg zu kommen, da die Rollstühle bis zu 150 Kilogramm wiegen können. Hierbei ist noch nicht einmal das Körpergewicht der Person berücksichtigt. Schwierig ist auch das Einkaufen. Die Läden sind zwar meistens gut zu erreichen, aber die Erschwernis kommt dann beim Einkauf. Die Gänge sind zu schmal für einen Rollstuhl, der ungefähr eine Breite von 80 cm hat, es stehen Dinge im Weg und die Lebensmittel sind zu hoch eingelagert.

Ein Ärgernis sind auch manche Behindertentoiletten. Oftmals sind sie zwar als solche ausgeschrieben, aber dennoch für Behinderte nicht nutzbar, da die Fläche zu klein ist, um sich mit dem Rollstuhl zu bewegen, weil die Griffe nicht fest genug sind, um sich abzustützen oder der Notrufknopf oder das Notrufseil nicht erreichbar ist. Eine gute Initiative ist der Euroschlüssel, der auf Behindertentoiletten auf Raststätten oder ähnlichen öffentlichen Orten in ganz Deutschland und oftmals auch im Ausland passt.

In der Freizeit haben die Menschen trotz ihrer Behinderung eine große Vielfalt an Freizeitaktivitäten. Sie basteln, lesen, machen Handarbeit oder lernen Seemannsknoten. Auch Sport, wie zum Beispiel Schwimmen, kann je nach Einschränkung betrieben werden.

Auch Arbeiten ist möglich und bietet viel Abwechslung und Spaß. Reisen mit dem Rollstuhl ist grundsätzlich machbar, egal ob Flugzeug, Bus oder Schiff, aber mit viel Arbeit, langer Planung und hohen Kosten verbunden.

Die Wheelmap soll den Alltag der Menschen erleichtern.  Diese Innovation wird von den Rollstuhlfahrern sehr positiv aufgenommen. Trotz der vielen Probleme und des oftmals größeren Aufwandes  haben sie zwar gelernt, ihr Leben anzupassen, aber die Wheelmap  ermöglicht  den Menschen mit Behinderung ein noch besseres Umfeld in der Öffentlichkeit.

Durch die Offenheit und Ehrlichkeit der Menschen hat die Klasse zudem wertvolle Erkenntnisse gewonnen.

 
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