Tradition mit Moderne vereint

Schreiner präsentieren Gesellenstücke

Bereits zum vierten Mal präsentieren die Auszubildenden im Schreinerhandwerk ihre Gesellenstücke einer breiten Öffentlichkeit. In den Räumlichkeiten der Vereinigten Volksbank in Böblingen stellen die neun Auszubildenden ihre Werkstücke aus.

„Das Gesellenstück ist nur ein Element der abschließenden Prüfung nach Lehrzeit“, erläutert Obermeister Markus Ruzicka und ergänzt, „neben dem Entwurf und anschließender Erstellung gehören ein Pflichtmöbelstück und die schriftliche Prüfung dazu.“

Doch aller Prüfungsstress ist mittlerweile vergessen, und die neun Auszubildenden präsentieren an diesem Abend das Ergebnis ihrer Arbeiten. Das Kleinmöbel muss dabei eine bestimmte Ansichtsfläche, eine Schublade und ein drehbares Element beinhalten. Vielfältig wurden diese Rahmenbedingungen in Form von Regalen, Tischen, Garderoben oder Sideboards mit den unterschiedlichsten Materialien umgesetzt.

„Die Ausbildung im Schreinerhandwerk ist modern, attraktiv und abwechslungsreich“, betonte Markus Ruzicka und verweist in einer Laudation darauf, dass Handwerk auch Karriere und Aufstiegsmöglichkeiten beinhalte.

„Die hier gezeigten Werkstücke zeigen wieder einmal, dass das Schreinerhandwerk Tradition und modernes Handwerk miteinander verknüpft. Das Interesse an einer dualen Ausbildung wächst wieder“, sagte Schulleiterin Karin Bieber-Machner.

Neben der eigentlichen Gesellenprüfung wurden die Werkstücke zusätzlich für den Designpreis der Gottlieb-Daimler-Schule begutachtet und bewertet. Leicht fiel den drei Juroren der Gottlieb-Daimler-Schule die Bewertung nicht. Die drei Fachlehrer Michaela Raab, Tobias Ackermann und Bertil Hailer bewerteten die neun Gesellenstücke unter anderem unter den Aspekten der Stil-Kombinationsmöglichkeit, der Oberflächenwirkung, Nachhaltigkeit und Flexibilität des Werkstücks.

Die Festlegung der Platzierung war nicht einfach, und so wurden erstmals zwei angehende Gesellen mit dem Designpreis der Schule ausgezeichnet. Das Mediensideboard von Felix Tielesch (Lehrbetrieb: Teamwerkstatt Ruzicka, Holzgerlingen) überzeugte die Jury mit der funktionalen Anordnung der einzelnen Elemente. „Ich liebe Musik, und so war mir sofort klar, dass mein Gesellenstück etwas mit Musik zu tun haben sollte“, erzählt der strahlende Sieger und ergänzt: „Die Auszugsschublade für Plattenspieler, Fächer in der Höhe von CDs und Stellflächen für einzelne Geräte lassen sich immer wieder neu variieren.“

Viel kleiner und filigraner ist das Werkstück von Tamara Voigt (Bild: Nüßle), von der Schreinerei Rebmann aus Schön-aich. „Ich möchte mit dem Mangaregal im asiatischen Stil meiner Lieblingsliteratur einen ganz speziellen Platz geben und habe mich beim Entwurf auch an den räumlichen Gegebenheiten bei mir zu Hause orientiert“, erläutert die angehende Gesellin ihr Werkstück aus einer Kombination von Buche und Ahorn.

Den dritten Platz erreichte Fiona Langensiepen (Möbelwerkstätte Widmaier, Alt-hengstett) mit ihrem Schmuckkästchen aus Olivenholz. Es zeichnet sich durch die filigrane Verarbeitung und die ungewöhnlich gradlinige Maserung des Holzes aus.

Weiter ausgestellt sind die Arbeiten von: Pascal Schmid (Hängesideboard, Innenausbau Speidel, Weil im Schönbuch), Alexander Scholz (Couchtisch, Innenausbau Speidel, Weil im Schönbuch), Nils Berger (Couchtisch, Schreinerei Berger, Herrenberg), Travis Hofmeister (punktsymmetrischer Hängeschrank, Schreinerei Lebsanft, Böblingen), Timo Görner (Garderobe mit Sitzbank, Bau- und Möbelschreinerei Mast, Gäufelden), Paul Käser (Surfboardhängeschrank, Bau- und Möbelschreinerei Mörk, Leonberg).

 

 

 
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