Techniker der Gottlieb-Daimler-Schulen präsentieren ihre Projekte

Arbeiten sind in der Praxis direkt einsetzbar.

Wer an den Gottlieb-Daimler-Schulen den Abschluss „Staatlich geprüfter Techniker“ erwirbt, kann erstmal sorgenfrei in die berufliche Zukunft blicken. Der Arbeitsmarkt für Techniker ist leergefegt und so wundert es nicht, dass fast alle Absolventen bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben.

Für den Abschluss ist eine Projektarbeit erforderlich, die die 55 Absolventen der Fachschule für Technik nun auf dem Campus des Technischen Schulzentrums der Öffentlichkeit präsentierten. Diese Arbeiten zeigten eine enorme Bandbreite an innovativ-kreativen Ideen. Betreut wurden die Projekte von Firmen und Schule gemeinsam und sind so konzipiert, dass sie eins zu eins in der Praxis umgesetzt werden können.

Bei den Projektpräsentationen stellten in der Aula der Gottlieb-Daimler-Schulen zwei Schülergruppen ihre Arbeiten vor.

Johannes Pfeffer, Christian Rempis, Marcus Schäberle und Marco Schmid lieferten mit ihrem Projekt „Flexauflage – Kontur einlernen und abfragen“, das in Kooperation mit der Daimler AG entstanden ist, einen Baustein zu Industrie 4.0.

Auf Flexauflagen werden bei der Pkw-Fertigung Karosserieteile (Rohbauteile) von einem Roboter abgelegt und von einem anderen entnommen. Bei einem Pkw-Modellwechsel in der Fertigung müssen diese Flexauflagen auf einer Ablagestation von einem Arbeiter bislang manuell umgebaut werden. Diese Umstellung der Flexauflagen wurde mittels eines Roboters voll automatisiert. Die Einstellung der Flexauflagen wird darüber hinaus noch durch ein robotergesteuertes Messsystem auf Richtigkeit überprüft.

Die Beschichtungstechniker Jonathan Höfer und Kristijan Widmann untersuchten in ihrer Arbeit die Korrelationen von Spritzbildern. Das Ziel dieser Arbeit bestand in der Erfassung unterschiedlicher Einflussfaktoren auf die Lackierung mit einem Hochrotationszerstäuber. Dazu zählten der Lackvolumenstrom, die Verfahrgeschwindigkeit, die elektrostatische Unterstützung (Hochspannung) und die Drehzahl des Zerstäubers. Hierfür wurde als Zerstäubereinheit die PicoBell HiBlow II mit einer 50mm Glocke der Firma LacTec eingesetzt. Die Versuche erfolgten auf einer transparenten Folie über die der Spritzstrahl mit einem Röntgenspektrometer ausgewertet wurde. Auf speziellen Blechen wurden dann die Schichtdicke und die Schichtbreite sowie die Tropfengröße ermittelt. Mit Hilfe der Ergebnisse ist es den interessierten Unternehmen möglich, ökonomisch und ökologisch deutlich effizienter zu arbeiten und ihre automatisierte Beschichtungsproduktion an den Erkenntnissen auszurichten.

Ein Metall- oder Elektroberuf sowie Berufserfahrung sind Voraussetzung für die Ausbildung zum Techniker. Den Abschluss erlangt man nach zwei Jahren Vollzeitschule oder nach vier Jahren berufsbegleitendem Lernen. Der Abschluss ist dem Bachelor gleichzusetzen.

Weitere Informationen: www.technikermesse.de

Text: Dr.phil. Stephan Scheiper, Marianne Maier-Anderer

Bilder: Scheiper

 
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