Simon Nagel mit dem 1:1 Modell

Die Teile des Couchtischs auf dem Trockenwagen

Schreiner zeigen ihre Gesellenstücke

Simon Nagel ist gerade beim Lackieren. "Weil ich meinen Couchtisch vor dem Verleimen lackieren muss, sieht man bisher leider nur Einzelteile." Wie ein Couchtisch sieht es wahrlich noch nicht aus. In einem Trockenwagen liegen einzelne Platten, die noch ganz feucht vom Lack sind.

Simon Nagel ist gerade beim Lackieren. "Weil ich meinen Couchtisch vor dem Verleimen lackieren muss, sieht man bisher leider nur Einzelteile." Wie ein Couchtisch sieht es wahrlich noch nicht aus. In einem Trockenwagen liegen einzelne Platten, die noch ganz feucht vom Lack sind. 

Aber ein Modell gibt es. "Ich musste das Modell im Maßstab 1:1 bauen, um sehen zu können, ob meine Konstruktion funktioniert. Ein Teil der Tischplatte des Couchtischs ist zum Rausfahren. Deshalb musste ich ausprobieren, welche Schubführung geeignet ist, weil die ein immenses Gewicht tragen muss. Die Führung, die ich anfänglich nehmen wollte, ging schon mal nicht."

Vier Gesellenstücke gibt es schon bei den Nagels, einer alten Holzgerlinger Schreinerfamilie. "Schon mein Ururopa war Schreiner", so Simon Nagel. "Mein Gesellenstück wird den alten Couchtisch meiner Familie ersetzen. Und weil unser altes Sofa schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, wird das auch gleich ersetzt. Denn niemand  will auf einem alten Sofa an einem neuen Couchtisch sitzen!"

Aber bis der neue Couchtisch aus hellem Ahornholz fertig ist, wird sicher noch der eine oder andere Tropfen Schweiß vergossen. Zwei Wochen tüftelt ein angehender Schreinergeselle an seinem Gesellenstück herum. Gekrönt wird damit eine dreijährige Ausbildungszeit. 

Und in welchem anderen Beruf gibt es das denn noch? Man gestaltet, plant und baut ein Möbelstück für die eigenen Bedürfnisse, das sicher einen Ehrenplatz in jeder Wohnung verdient.

Schreiner, ein altehrwürdiger Handwerksberuf? Das schon, aber: "Mein Betrieb, die Teamwerkstatt Ruzicka in Holzgerlingen, hat vor vier Wochen eine computergesteuerte CNC-Maschine bekommen. Auch bei uns ist diese moderne Technik nicht mehr wegzudenken. Und wenn man sich erst mal eingearbeitet hat, dann mag man sie nicht mehr missen" sagt Simon Nagel. 

"Jetzt sammele ich erst mal Berufspraxis als Geselle. Dann geht es aber auf die Meisterschule" zeigt er auf, wie man im Handwerk Karriere macht.

Doch gemach! Jetzt muss erst mal das Gesellenstück fertig werden. Dazu ist noch Zeit bis zum 14. Juli, dann muss es beim Prüfungsausschuss vorgestellt werden.

"Besonders spannend wird es, wenn ich die Glasteile einsetze. Die kommen schon auf Maß gefertigt und zusammengeklebt vom Lieferanten. Das muss gleich passen."

Wer die zwanzig Gesellenstücke des diesjährigen Prüfungsjahrganges mit eigenen Augen sehen will, zu denen auch Simon Nagels Couchtisch gehört, der sollte die Ausstellung der Gesellenstücke besuchen. Vom 18. bis 22. Juli jeweils von 8.30 bis 18.00 Uhr können diese im "Haus des Kunden" der Kreissparkasse Böblingen in der Bahnhofstraße in Böblingen besichtigt werden.

 
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