Neues umwelttechnisches Projekt am TGU

in Zusammenarbeit mit dem Lycée Hippolyte Fontaine in Dijon, Frankreich

Vor kurzem besuchte eine Projektgruppe von drei Schülern des Umwelttechnischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule 2 (GDS2) die Partnerschule in Dijon (Frankreich), um sich über das gemeinsame Projekt „Smoothies aus Muskelkraft“ auszutauschen. Beide Gruppen bauen im Verlauf des Schuljahres einen muskelkraftbetriebenen Mixer. Die Grundidee des Projektes ist es, dass durch das Treten eines Fahrrads Energie für einen Mixer zur Verfügung gestellt wird, der aus verschiedenen Früchten leckere Fruchtsäfte mixt.
Eine Besonderheit dieses Schülerprojektes ist, dass nur überreife Früchte zur Smoothie-Herstellung verwendet werden sollen. Diese werden nämlich häufig aufgrund kleinster Mängel aus den Auslagen der Supermärkte aussortiert und in den Mülleimer geworfen. Auch in den deutschen Tafelläden bleiben diese Früchte oftmals liegen.
In Frankreich werden abgelaufene Früchte und weitere Lebensmittel von ehrenamtlichen Mitarbeitern einer so genannten Food Bank (banque alimentaire) abgeholt und an bedürftige Personen verteilt. Ähnlich wie die Tafeln bei uns in Deutschland. In Frankreich gibt es hier allerdings eine gesetzliche Grundlage: Die Lebensmittelhändler müssen jegliche Verschwendung vermeiden, unverkaufte Ware soll gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden. Der muskelkraftbetriebene Mixer der französischen Schule wird bei der Food Bank in Dijon öffentlichkeitswirksam an einigen wenigen Tagen im Jahr eingesetzt, um auf die Einrichtung und deren Arbeit aufmerksam zu machen. Die deutschen Schüler der Projektgruppe Niklas Braatz, Nico Eble und Edwin Starz haben mit ihren Lehrern Lotta Hüttmann und Uli Blessing die Foodbank besucht und sich über die Arbeitsweise vor Ort informiert. Dabei haben sie auch das französische Modell des muskelkraftbetriebenen Mixers in Augenschein nehmen können: Der Mixer wird rein mechanisch über eine Schleifscheibe am Fahrradreifen angetrieben. So sollen Drehzahlen von über 5000 U/min erreicht werden.
Das Projekt der Schüler des TG Umwelttechnik der GDS2 erzeugt hingegen über einen im Fahrradrahmen verbauten Generator elektrische Energie, die zum Betrieb eines Mixers eingesetzt werden soll. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem an der GDS2 angesiedelten Jugendforschungszentrum. Dort finden regelmäßig Kurse für technisch interessierte Jugendliche statt.
Nun kamen die französischen Schüler mit zwei Studenten der Universität Dijon, die das Projekt im Rahmen ihres Studiums begleiten, mit ihren Lehrkräften zum Gegenbesuch nach Sindelfingen. Hierbei wurde der Smoothie-Mixer mit einer VABO-Klasse (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse) im Energiepark der GDS2 getestet. Für seinen Smoothie durfte hier jeder kräftig in die Pedale treten.
Ein Ziel der deutschen Projektgruppe ist es nun, ebenfalls Kontakte zu den Tafelläden in der Region Sindelfingen/Böblingen aufzubauen. Vielleicht besteht auch hier das Interesse, eine solche Einrichtung und ihre Arbeit im Rahmen einer Aktion mit einem muskelkraftbetriebenen Mixer in das öffentliche Bewusstsein zu bringen.

 

Text: Lotta Hüttmann, Uli Blessing

Bilder: privat
Bildunterschriften:

Bild 1: Schüler beim Test
Bild 2: Die deutsche Projektgruppe mit dem Besuch aus Frankreich und Schülern aus dem VABO-Bereich, rechts Uli Blessing, 3. von rechts Michael Eckstein, links Lotta Hüttmann

 
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